Fotografie

Fotografie ist vielschichtig und facettenreich. Sie bietet nicht nur unzählige Perspektiven – man kann sich ihr auch aus unzähligen Perspektiven nähern.

Als ich mich vor etwa zehn Jahren der Fotografie annäherte, geschah das eher zufällig und aus einem künstlerischen Impuls heraus. Mit einem Mobiltelefon machte ich bis dahin gelegentliche Aufnahmen, die andere kreative Arbeiten – musikalische wie literarische – ergänzen sollten. Das Zusammenspiel funktionierte durchaus, doch die Qualität der Bilder blieb weitgehend anspruchslos. Ein guter Freund, der sich bereits seit Jahren fotografisch betätigte, gab schließlich den Anstoß, eine Kamera für höherwertige Aufnahmen zu erwerben. So kam ich zu meiner ersten Kamera: einer Olympus OM-D E-M10 Mark II.

Ohne zu weit in uninteressante Erzählungen abzudriften: Zu diesem Zeitpunkt trat zur bisherigen künstlerischen Perspektive eine technische hinzu. Plötzlich standen Fragen im Raum – DSLM oder DSLR? Systemkamera oder Spiegelreflex? Und welches „System“, welcher „Sensor“ sollte es sein? Mit dem eher allgemeinen Wunsch nach „besseren Bildern“ in diese Themen einzutauchen, gleicht dem Versuch, die Abitur-Matheklausur nach dem Besuch der ersten Grundschulklasse zu schreiben. Es ist ein tiefes Rabbithole, in das man sich stürzen kann – und man kommt mit einem Ergebnis heraus, das kaum frei von Zufällen ist (welche Kamera nutzt der Bekannte? Welche lobt gerade die Fachzeitschrift? Was spricht mich optisch an? Wer bringt ein neues Objektiv heraus? Und welches System verwendet eigentlich mein Lieblings-YouTuber?).

In dieser Phase überlagert die technische Perspektive oft die künstlerische – und räumt sich selbst wahrscheinlich mehr Gewicht ein, als gut ist. Und sie bleibt auch nach dem Kauf bestehen: ein stetiger Begleiter in jedem neuen fotografischen Gedanken.

Als ich mich also aus einem künstlerischen Impuls heraus plötzlich in technischen Fragen wiederfand, kam bald eine weitere Perspektive hinzu: die handwerkliche. Die Umsetzung von Bildern mittels einer Kamera ist eine zutiefst handwerkliche Tätigkeit. Physikalische Grundlagen der Abbildung, Ausrüstung, Hilfsmittel, Regeln der Bildgestaltung – all das sind Themen, denen man sich zu einem gewissen Zeitpunkt ohnehin nähern muss, weil man schlicht nicht mehr um sie herumkommt.

Vom ursprünglichen Ausgangspunkt aus – ohne je ernsthaft fotografisch tätig gewesen zu sein – fand also bereits eine enorme Entwicklung statt. Und genau das macht die Fotografie für mich so spannend. Während mich der Gedanke an künstlerische Nuancen ursprünglich zur Kamera brachte, brachte mich die Fotografie selbst an ganz andere, neue Orte. Schon von der ersten Aufnahme an entschleunigte sie mich, bot mir Rückzug, Reflexion und Erholung. Sie brachte mich zurück zu mir – und verband mich tiefer mit meiner Umwelt, als es mir ohne sie möglich gewesen wäre. Sie lehrte mich vieles, und das weit über das Fotografische hinaus.

In gewisser Weise ist Fotografie für mich selbst eine Form philosophischen Ausdrucks – weshalb die Verbindung der Themen, die ich auf meiner Website zusammenführe, vielleicht doch nicht so ungewöhnlich ist, wie sie auf den ersten Blick scheinen mag. Ich freue mich darauf, Erfahrungen, Ergebnisse, Leidenschaft und Arbeiten mit euch zu teilen: als gemeinsam Begeisterte, als Interessierte oder als Auftraggeber und Auftragnehmer im Rahmen gemeinsamer Projekte.

Euer
Bassing Ben